Foto: Peter Glaser
SpVgg Bayreuth

Stuhl Aus Stuck Und Gestell Holz ModMia4 Samira Kunststoff dxeBoC

Thorsten Gütling 8. April 2019

Der Geschäftsführer der Spielvereinigung Bayreuth schlägt Alarm. Dem Verein gehe es finanziell schlecht, sagt Geschäftsführer Mathias Fleischmann im Gespräch mit dem Bayreuther Tagblatt. Kommt es nicht bald zum Bau einer Flutlichtanlage im Hans-Walter-Wild-Stadion stehe die Abmeldung der 1. Mannschaft vom Spielbetrieb bevor.

Fleischmann erklärt: Die Spielvereinigung bräuchte im Jahr etwa 700.000 Euro aus Einnahmen, die aber kaum zusammen kommen. Idealerweise, sagt der Geschäftsführer, müsste die Altstadt davon etwa 300.000 Euro über Zuschauereinnahmen, Trikotverkäufe und ähnliches einnehmen und rund 400.000 über Sponsoren. Sehr vorsichtig habe man ersteres in diesem Jahr auf 150.000 Euro angesetzt, deutlich geringer als im vergangenen Jahr. Wenige Spieltage vor Schluss seien aber gerade einmal 90.000 Euro zusammengekommen. Der Grund: Deutlich zu wenige Zuschauer kommen zu den Heimspielen der Spielvereinigung.

Foto: red/sj

1000 Zuschauer pro Heimspiel wären nötig

Damit der Laden läuft bräuchte die Spielvereinigung im Schnitt 1000 zahlende Zuschauer, sagt Fleischmann. Davon sei man weit entfernt. Im Schnitt kamen in dieser Saison rund 700 Interessierte zu den Heimspielen ins Hans-Walter-Wild-Stadion. Zieht man die beiden Ausreißer gegen den FC Schweinfurt (1236 Zuschauer) und den FC Bayern München II (2127 Zuschauer) ab, fällt der Schnitt mit 560 Zuschauern sogar deutlich geringer aus.

Über kurz oder lang bedeutet das, dass diese Kapelle niemand sehen will.

(Mathias Fleischmann, Geschäftsführer der Spielbetriebs- GmbH)

Es werde daher ernsthaft überlegt, die 1. Mannschaft zum Saisonende vom Spielbetrieb abzumelden. Aufgrund der Größe des Einzugsgebiets wäre allerdings deutlich mehr drin, sagt Fleischmann. Die Heimspiele der Spielvereinigung müssten nur zum Event werden. Dafür sei es notwendig, die Heimspiele am Freitagabend austragen zu können.

Flutlichtspiele sind nach wie vor etwas Besonderes.

(Mathias Fleischmann)

Dafür aber müsste das städtische Stadion mit Flutlicht ausgerüstet werden. Memmingen, Schweinfurt und Burghausen – Konkurrenten in der Regionalliga also, die kleiner als Bayreuth sind – würden dank Flutlicht  regelmäßig an der 1000-Zuschauer-Marke kratzen.

Bayreuth ist mit Speckgürtel und Studenten eine verkappte 100.000 Einwohner-Stadt.

(Mathias Fleischmann)

Eine solche Flutlichtanlage bräuchte man bestenfalls schon im kommenden Winter, spätestens aber im nächsten, sagt Fleischmann. Werde das nicht in Aussicht gestellt und würde der Stadtrat weiter darauf beharren, dass die Spielvereinigung erst in die 3. Liga aufsteigen soll, bevor das Flutlicht gebaut werde, werde es weder einen Aufstieg noch den Fortbestand der 1. Mannschaft in der Regionalliga Bayern geben.

Von früheren Kostenberechnungen, wonach der Bau einer Flutlichtanlage die Stadt rund 2 Millionen Euro kosten würde und mit den Lampen die gesamte Hammerstadt ausgeleuchtet würde, seien längst überholt, sagt Fleischmann. Die Kostenbrechung sei 2017 so hoch ausgefallen, weil Jahrzehnte alte Pläne ohne Berücksichtigung der technischen Neurungen auf den Tisch gekommen seien. Spätestens mit dem Bau der Gegentribüne habe die Stadt Voraussetzungen für die Installation von energiesparenden und exakt einstellbaren LED-Lampen an den Tribünendächern geschaffen. Fleischmann rechnet nun noch mit Kosten von rund 500.000 Euro.

Das Hans-Walter-Wild-Stadion, Foto: Redaktion

Auf Nachfrage des Bayreuther Tagblatts erklärt die Stadt:

Die Planung einer Flutlichtanlage für das Hans-Walter-Wild-Stadion werde derzeit im Hochbauamt bearbeitet. Der Stadtrat habe die Bauverwaltung beauftragt, die Planung bis zur Baugenehmigung voranzutreiben. Das Hochbauamt prüfe eine Montage der LED-Beleuchtung auf den beiden Tribünendächern des Stadions. Nach derzeitigem Kenntnisstand könnte auf die Masten an den Spielfeldecken aber auch bei einer solchen Lösung nicht verzichtet werden, sie würden jedoch kleiner ausfallen. Sollte sich eine LED-Beleuchtung als machbar erweisen, müsste der Bauausschuss die Planung entsprechend ändern.

Voraussetzung für den Bau einer Flutlichtanlage sei es aber nach wie vor, dass sich die Ausleuchtung der Hammerstadt in Grenzen halte. Dazu, wann die Pläne dem Bauausschuss erneut vorgelegt werden, will sich die Stadt auf Nachfrage noch nicht äußern.

Verhandlungen mit dem Post SV

Unterdessen versucht die Spielvereinigung einem weiteren Problem Herr zu werden: dem der fehlenden Trainingsmöglichkeiten. Die 1. Mannschaft der Spielvereinigung trainiert seit kurzem nicht mehr in Neudrossenfeld. Dort gab es Ärger über die Benutzung des Rasenplatzes. Trainer Timo Rost habe daraufhin auf eine andere Trainingsstätte gedrängt, sagt Fleischmann.

Details Akracing Gaming Blbk Stuhl Zu Ex Schwarz Core BürostuhlAk Chair Blau K1cTlJF3
Der neue Trainer Timo Rost, Foto: Redaktion

Derzeit vagabundiert die Spielvereinigung mit ihren Mannschaften auf diversen Trainingsplätzen in Bayreuth. Es laufen Verhandlungen mit dem Postsportverein, den dortigen Platz für das Training der 1. Mannschaft zu mieten, zu erneuern und zu pflegen. Das bestätigt auch der Vorsitzende des Post SV, Matthias Wolert. Allerdings soll dann die Fußballmannschaft des Post SV nicht mehr auf den Platz dürfen. Im Gegenzug sei angedacht, dem Post SV Trainingszeiten an der Jakobshöhe zur Verfügung zu stellen. Mit einer Einigung rechne Wolert noch in diesem Monat.

Die Pläne mit dem Post SV sind aber nicht alternativlos, sagt Fleischmann. Die Spielvereinigung denke nämlich auch über eine Fusion mit dem BSV nach. Dort könnte allerdings eher die Jugend ein neuen Zuhause finden.